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z.B. berlin kochweg 10
Ziel
Ringkuhkampf @Grächen
Dorfplatz
3925 Grächen
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Ringkuhkämpfe erfreuen sich einer immer grösseren Beliebtheit. Und zwar nicht nur bei der einheimischen Bevölkerung, sondern vor allem auch bei den Gästen. Dies belegen die Zahlen von durchschnittlich 2500 Zuschauern an regionalen Ausscheidungen und gut 12000 am Kantonalen in Aproz.

Die Kühe der Eringer-Rasse zeichnen sich durch ein lebhaftes Temperament und Kampflust aus. Wenn sie sich zum ersten Mal treffen oder sich längere Zeit nicht gesehen haben, kämpfen die meisten unter  ihnen mit Verbissenheit gegeneinander. Die Kühe werden nicht dafür abgerichtet oder trainiert sondern diese Zusammenstösse sind ganz natürlich. Diejenige unter ihnen, die unbesiegt bleibt, wird die "Königin" der Herde. So entstand durch diese Kampflust die Tradition der Königinnenkämpfe, die sehr viele Züchter und passionierte Zuschauer anziehen. Verletzungen gibt es während der Kämpfe nur selten.

Die Rangliste ergibt sich folgendermaßen: Die Kühe suchen sich nacheinander selbst ihre Kontrahentinnen aus und beenden den Kampf, sobald die Besiegte sich wegdreht. Die Gewinnerin macht sich dann auf, die nächste Gegnerin anzugreifen. Nicht immer gibt es zwingend einen Kampf wenn zwei Kühe aufeinander treffen. Das ist jedoch kein Hinderungsgrund für die natürliche Hierarchiebildung. Hat eine Kuh alle anderen besiegt oder vertrieben, wird sie somit zur Königin ihrer Herde. Nicht selten bleibt eine Herde ohne Königin, da es keiner Kuh gelang alle ihre Artgenossinnen zu besiegen.

Es existieren zwei Arten von Königinnen. Nach dem Muster der Tagessieger gibt es die klassischen Tageskämpfe und die große Wettkampftour der Alpsaison (zwischen 80 bis 100 Tagen). Nur selten können die Kühe in beiden Disziplinen brillieren. Ihre Besitzer legen die Kampfziele für das Jahr fest, und diese setzen eine zunehmend größere Spezialisierung voraus. Die vorwiegend im Frühling und Herbst stattfindenden Kämpfe erfordern eine exzellente Tagesform und natürlich auch die nötige Portion Glück, den Titel zu holen. Die Kühe werden in Gruppen hereingeführt, eingeteilt nach Alter oder Gewicht, das Wiesenareal ist möglichst flach.  Auf der Alp finden die Vorausscheidungen statt (inalpin).  Nur der Rang des Ankunftages (desalpin) zählt. Es kann passieren, dass die Königin des ersten Tages entthront wird und eine andere Kuh erst am Ende der Saison die Ranglistenbeste wird.  Die Hierarchie einer 100 Tiere umfassenden Herde ist somit ständig im Wandel begriffen und nicht selten zählt man bis zu 10 Kämpfe am Tag - dies ergibt bis zu 1000 Kämpfe pro Sommer.

Beim Ringkuhkampf handelt es sich demnach um ein gegenseitiges Kräftemessen, bei welchem die natürliche Rangordnung ausgemacht wird. Die Tiere der ersten, zweiten und dritten Kategorie werden nach ihrem Gewicht eingeteilt. In der vierten Kategorie finden sich die Erstmelken – Kühe, die im laufenden Jahr zum ersten Mal gekalbt haben. In der fünften und letzten Kategorie treffen die Rinder aufeinander, welche im laufenden Jahr dreijährig werden.  

Beim Sommerringkuhkampf, der nicht zu den regionalen Aussscheidungen zählt, treten jeweils nur vier Kategorien an. Die regionalen Ausscheidungen finden im Herbst und im Frühjahr im ganzen Kanton statt. Dabei scheiden die Tiere jeweils den Kategorien entsprechend, nach der Anzahl verlorener Kämpfe, aus. Die Stärksten unter ihnen treffen dann gleichentags im Final noch einmal aufeinander. Die sechs Bestplatzierten dieser Kategorien qualifizieren sich schliesslich für den kantonalen Ringkuhkampf-Final in Aproz. Die Jury besteht aus professionellen Richtern -  sie beobachten die Kämpfe ganz genau und finden diejenige heraus, die gegen 2, 3, 4 oder mehr Tiere verliert.